
![]()
Veranstaltung in Linz
Pressegespräch "Transplantation Tree of Life";
"Ich lebe seit 10 Jahren mit einer Niere meiner Frau!"
Linz, Montag 31. 5. 2010, 10h - Cafe Lentos
"Wer einen Baum pflanzt, der gewinnt den Himmel"- Konfuzius
Statement Walter Kiesenhofer; ARGE Niere Österreich, Arbeitsgemeinschaft der Selbsthilfegruppen der Nierenpatienten Österreich
Im Mai 1992, genau vor 18 Jahren, war nach einem terminalen Nierenversagen für mich ein Weiterleben aus eigener Kraft nicht mehr möglich; ich musste mein Blut im AKH Linz dreimal in der Woche jeweils fünf Stunden lang von einer Dialysemaschine reinigen lassen. Eine solche Behandlung retten einen Menschen zwar vor dem unausweichlichen Ende, bringt aber neben der Abhängigkeit von einer Maschine verschiedene weitere Nachteile mit sich, sodass ich mich für eine Transplantation meldete, sobald dies medizinisch möglich war.
Ich wurde im Sommer 1993 erfolgreich transplantiert und konnte schon bald nach dem Eingriff ein weitgehend normales Leben führen. Doch mit des Schicksals Mächten war damals noch kein ew'ger Bund zu flechten: Nach vier Jahren gab die wackere Spenderniere ihren Geist auf. Ich musste an die Dialysemaschine zurück. Hier stellte sich diesmal neben den üblichen Nebenwirkungen aber ein so äußerst starker, permanenter Juckreiz ein, dass ich schier verzweifelte. Natürlich war ich für eine neuerliche Transplantation gemeldet. Aber es gibt Patienten, die oft auch vier Jahre oder länger warten müssen.
So entschloss sich meine Gattin Rosi, die mir 30 Jahre zuvor schon ihr Herz geschenkt hatte, mir nun auch eine ihrer Nieren zu schenken. Die beiden erwachsenen Töchter Monika und Helga boten mir dies ebenfalls an. Ich brauchte einige Tage, den Empfang eines derart großen Geschenkes überhaupt in Betracht ziehen zu können und nahm dann das Angebot meiner Frau mit großer Dankbarkeit an. Rosi wurde daraufhin im AKH Linz eine Woche lang gründlich durchgecheckt. Dann gab Professor Dr. Biesenbach grünes Licht, und Prof. Dr. Brücke führte am 16. September 1999 den Eingriff durch. Rosis rechte Niere wurde fachgerecht entnommen und mir im benachbarten Operationssaal links vorne in der Gegend der Beckenschaufel eingepflanzt.
Ein lebenswichtiges Organ zu schenken, ist wohl eines der großartigsten Geschenke, die ein Mensch einem anderen Menschen machen kann. Ich bin mir dessen immer bewusst und trage solchermaßen ein Stück dieses geliebten Menschen, der nicht nur die Niere, sondern das ganze Leben mit mir teilt, in mir - wo immer ich bin. Rosi ist in diesen mehr als zehn Jahren noch keinen Tag krank gewesen. Es fehlt ihr gottseidank absolut nichts. Sie steht als Mutter im Mittelpunkt einer großen Familie, die aus den zwei alleinerziehenden Töchtern und vier Enkelkindern im Alter zwischen zehn und zwanzig Jahren besteht.
Ich empfinde deutlich das Bedürfnis, meine Dankbarkeit in noch größerem Kreis auszudrücken und arbeite deshalb aktiv in der Selbsthilfegruppe für Dialysepatienten und Nierentransplantierte OÖ. als Vorstandsmitglied und als Gestalter der Patientenzeitung mit, sowie in Form von Beiträgen aus unserer Heimat auch für das deutsche Fachmagazin "Diatra-Journal".
Durch die große Liebesgabe meiner Frau fühle ich mich in jeder seelischen Hinsicht bereichert und bin meinem Schicksal, wie auch der internationalen Forschung und unserem österreichischen Gesundheitswesen mit seinen außerordentlich tüchtigen Medizinern und Pflegepersonen, sehr dankbar.
Kontakt:
Tel.: 0660 2515745;
walkie@tele2.at;
www.raumzeitlust.com
Selbsthilfegruppen

In den Selbsthilfegruppen in Östereich tauschen sich Betroffene aus.
Die Geschichte der Transplantation von Organen
Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Trans-plantationsmedizin von den Anfängen bis heute.
Themen

Aktuelle Nachrichten zur Transplantation.
