
![]()
Veranstaltung in Linz
Pressegespräch "Transplantation Tree of Life";
"Die Entnahme einer Niere im Rahmen einer Lebendspende
ist heute sehr einfach und schonend möglich."
Linz, Montag 31. 5. 2010, 10h - Cafe Lentos
"Wer einen Baum pflanzt, der gewinnt den Himmel"- Konfuzius
Statement Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Függer; Chirurgische Abteilung am Krankenhaus der Elisabethinen Linz
Die Entnahme einer Niere im Rahmen einer Lebendspende ist heute mittels Hightech-Medizin einfach und für Patientinnen und Patienten sehr schonend möglich. Wir operieren heute routinemäßig laparoskopisch per Schlüsselloch-Chirurgie. Dieses Jahr haben wir bereits 27 Nieren transplantiert, davon 10 auf der Basis einer Lebendspende - 9 Spender wurden auf diese wenig eingreifende Weise operiert.
Die Entnahme einer Niere dauert rund drei Stunden, das Einsetzen dieser Niere beim Empfänger etwa 2,5 Stunden. Beim Spender wird ein etwa sieben Zentimeter langer Schnitt über dem Schambein vorgenommen, die Muskeln werden nur gespreizt, damit sie intakt bleiben und die Niere schonend geborgen werden kann.
Die laparoskopische Nierenentnahme ist heute die Therapie der Wahl zur Lebendspende. Sie ist schonender als über Bauchschnitt und die Organe funktionieren gleich gut. Sie kann bei einem Großteil der Spender angewendet werden.
Zwei wesentliche Argumente sprechen für die Lebendspende:
Zum einen verkürzt sie den Zeitraum bis zur Transplantation. Das ist entscheidend, denn die Wartezeit mit den regelmäßigen "Blutwäschen" in der Dialyse-Station senkt die Lebenserwartung signifikant.
Zum anderen haben per Lebendspende entnommene Nieren eine längere Funktionsdauer. Stammt die Niere von toten Spendern, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass die gespendete Niere zehn Jahre lang funktionstüchtig bleibt, 55-60 Prozent. Bei der Lebendspende ist die Funktionsdauer der Niere um etwa 10 Prozent höher.
Das hat mehrere Ursachen: Die Organqualität ist bei einer Lebendspende optimal, der Eingriff kann zeitlich gut abgestimmt werden und findet nicht unter Notfallbedingungen statt, das Transplantat muss nicht zwischengelagert oder transportiert werden.
Diskutiert werden bei Todesspenden auch mögliche unerwünschte Auswirkungen auf das entnommene Organ durch Stress im Zusammenhang mit dem Tod.
Für Spender hat die Entnahme einer Niere keine negativen Folgen: Sie haben kein erhöhtes Risiko zum Dialysepatienten zu werden, ihr Bluthochdruck-Risiko entspricht jenem von Menschen mit zwei Nieren. Statistisch gesehen leben gesunde Nierenspender länger als die Durchschnitts-Bevölkerung: Es handelt sich bei ihnen um gesunde Menschen, die vor der Spende auf "Herz und Nieren" untersucht wurden.
Kontakt: reinhold.fuegger@elisabethinen.or.at
Selbsthilfegruppen

In den Selbsthilfegruppen in Östereich tauschen sich Betroffene aus.
Die Geschichte der Transplantation von Organen
Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Trans-plantationsmedizin von den Anfängen bis heute.
Themen

Aktuelle Nachrichten zur Transplantation.
