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Transplantation Tree of Life
Bei bestimmten Erkrankungen ist eine Organtransplantation die einzige Möglichkeit der Therapie. Die Anzahl der Spenderorgane ist jedoch begrenzt (siehe unten). Die Wartezeit auf ein Spenderorgan dauert deshalb für viele Kranke lang - für manche zu lange und sie versterben tragischerweise während ihrer Zeit auf der Warteliste.
Bei Niere und Leber gibt es außer der Leichenspende (das heißt, dass die Organe einem hirntoten Spender entnommen werden) auch die Möglichkeit der Lebendspende: Dabei werden die Niere oder ein Teil der Leber einem Familienangehörigen oder einer dem Empfänger emotional nahe stehenden Person (z.B. dem Ehegatten) entnommen.
Angesichts des Mangels an Leichenspenderorganen kann die Lebendspende lebensrettend sein.
Im Jahr 2008 präsentierte sich die Situation in Österreich folgendermaßen:
Es wurden insgesamt 361 Nieren- und 116 Lebertransplantationen durchgeführt - in beiden Bereichen war die Zahl der Transplantationen im Vergleich zu den vorherigen Jahren rückläufig.
Im Vergleich dazu standen 883 Patienten auf der Warteliste für eine Nierentransplantation und 113 Patienten für eine Lebertransplantation.
Aus diesen Zahlen wird deutlich ersichtlich, welch massives Problem der Mangel an Spenderorganen darstellt.
Insgesamt gab es 2008 in Österreich 62 Lebendspenden - 58 Nierenspenden und 4 Leberspenden. Die Nieren-Lebendspende betraf also nur 16 % aller Nierentransplantationen. Im Vergleich zu anderen Ländern (wie den Niederlanden, Norwegen, Schweden, der Schweiz, Australien und den USA) ist dieses Lebendspendeaufkommen sehr niedrig (Quelle: ÖBIG Transplant - Jahresbericht 2008).
Deshalb wurde das globale Projekt Transplantation Tree of Life initiiert, um auf die so wichtige Möglichkeit der Lebendorganspende aufmerksam zu machen und dadurch das Spenderaufkommen zu erhöhen.
Österreich ist eines der ersten europäischen Länder, in denen Transplantation Tree of Life starten wird. Für 2009 sind Aktivitäten in mehreren österreichischen Städten geplant (Wien, Innsbruck,...).
Im Rahmen einer Pressekonferenz soll symbolisch der erste von mehreren Bäumen (Trees of life) eines "Lebensgartens" gepflanzt werden. Bei der Pressekonferenz werden hochkarätige Experten der Transplantationsmedizin, Politiker, selbst betroffene berühmte Persönlichkeiten und Vertreter von Selbsthilfegruppen ihre Erfahrungen zum Thema Lebendspende diskutieren.
Jeder Baum steht für eine Lebendspende. Das heißt, dass im Laufe der nächsten Jahre möglichst viele Bäume im Lebensgarten dazu kommen sollen. Jeder Baum trägt ein Schild mit dem Datum der Lebendspende - zur Würdigung und Erinnerung an jenen Tag, an dem Leben neu geschenkt wurde. Die Trees of life werden an stark frequentierten öffentlichen Plätzen gepflanzt, sodass möglichst viele Menschen daran erinnert werden, dass das Thema Organspende uns alle angeht. Jeder Einzelne von uns kann jederzeit unmittelbar im Familien- oder Freundeskreis von dem Mangel an Spenderorganen betroffen sein.
Die Geschichte der Transplantation von Organen
Erfahren Sie mehr über die Geschichte der Trans-plantationsmedizin von den Anfängen bis heute.
Leben nach einer Transplantation

Informieren Sie sich hier, wie Medikamente die Organtransplantation möglich gemacht haben, wieso Medikamente für Organtransplantierte so wichtig sind und welche neuen Entwicklungen es gibt.
